EXPOSITION "TRACER LES PARCOURS, SAVOIR SE PLACER..." D'AURÉLIA GUY
Die Website des Fremdenverkehrsamts von Aspet lädt – mit einem Rundgang durch den Garten und den Ausstellungsraum – die bildende Künstlerin Aurélia Guy ein!
Die Ausstellung %AB„Wege nachzeichnen, sich verorten können…“%BB ist eine Installation, die an der Schnittstelle zwischen zeitgenössischer Kunst und Geisteswissenschaften angesiedelt ist, zwischen Beobachtung/ pastoraler Praxis und künstlerischer Praxis sowie den Aufzeichnungen pastoraler Bewegungen, um eine pastorale Heterotopie (nach Michel Foucault) zu kartografieren, die versucht, sich in der Landschaft inmitten des Lebendigen und mit dem Hütehund zu orientieren. Eine Sammlung von Wandteppichen und Filzumhängen, die hier präsentiert werden, ist das Ergebnis eines Feldforschungsprotokolls: Wanderungen auf den Sommerweiden von Cagire, Escalette, Gar, Bentaillou, Urets, Formiguères, Gérac, Val Louron... Begegnungen mit Hirten, Züchtern und Schafscherern, das Sammeln von Erzählungen und Handgriffen, das Scheren und Ernten der Wolle von Herden, die im Pyrenäenmassiv die Transhumanz durchlaufen und von den Bergen heruntergekommen sind.
Dieser Rohstoff, von Hand bearbeitet, geerntet, sortiert, gewaschen, gekardiert, gekämmt und verfilzt, wird zum Träger eines Entwurfs einer dynamischen Kartografie des Materials Wolle – einer gemeinsamen Gestaltung der Beziehungen zwischen Menschen, Tieren und Landschaften.
Jeder Filz ist zugleich ein materielles Archiv aufgrund seines Materials und seiner Geografie sowie ein sensibler kartografischer Raum der Bewegung in seiner Landschaft: der der Transhumanz, der Tierwanderungen und der Fortbewegungen im Zusammenhang mit der Weidewirtschaft in den Pyrenäen.
Die choreografische Dimension der pastoralen und handwerklichen Geste dieser kreativen Forschung ergibt sich aus dem Gehen, dem Gehen mit den Schafen und der Topografie als Methoden: die Landschaft bei jedem Wetter zu durchstreifen, den Weg zu markieren, die Herde durch ihre radikale Topografie zu führen, sich in einen Rhythmus, einen Atem, eine Präsenz einzufügen, sich zwischen den Hunden und den Schafen zu positionieren, zu gehen, zu gehen, Schutz zu suchen, zu gehen – aber vor allem: dass sie gut fressen!
Der Berg wird zu einem Raum, in dem das Lebendige, die Geste der Fürsorge, das Spurenlegen und der Triebweg geschrieben werden, wo sich die Aufmerksamkeit für das Lebendige in Bewegungsformen niederschlägt, die zwischen Menschen und Nicht-Menschen, zwischen Körper und Materie geteilt werden – all dies bildet eine choreografische Partitur.
Durch die Verbindung von Weidewirtschaft, Kartografie, Textilkunst und Transhumanz hinterfragt Aurélia Guy, wie handwerkliche Handgriffe, der Schutz der Herden und die Anpassung an die Natur unsere Art und Weise prägen, uns in den Landschaften zu bewegen und unter den Lebewesen zu leben.